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Digitale Dystopien - Artikelaufruf für einen Themenschwerpunkt in „Berliner Debatte Initial“

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Wovon träumen Algorithmen? Von Liebe, von Macht oder von Geld? Fragen, die vor wenigen

Jahrzehnten nur Science-Fiction-Autoren stellten, werden heute auch in Parlamenten,

Ethikkommissionen und Feuilletons diskutiert. – Geld: Algorithmen spekulieren heute anstelle

von Börsenmaklern. Macht: Womöglich kreist gerade jetzt über Afghanistan ein Netz autonomer

Drohnen, die Ziele identifizieren und angreifen. Liebe: Eine Dating-Plattform wirbt seit Jahren

damit, dass sich dank ihr alle 11 Minuten ein Single verliebt. Schlaglichter 4.0 – die Zukunft ist

schon Gegenwart. Das Geschäft der Utopie und ihres düsteren Zwillings, der Dystopie, ist es,

soziale Realitäten und mögliche Entwicklungen zu diskutieren: Was erhoffen wir und was

befürchten wir von der Digitalisierung?

Unter dem Motto „Digitale Dystopien“ laden wir ein, die in Literatur und Film entworfenen

Bilder einer digitalen Welt zu untersuchen – von smart home bis Überwachungskapitalismus:

Wie erzählen sie von der Zukunft? Was stellen sie als Gefahren für unsere Gesellschaften

heraus? Welche Perspektiven eröffnen sie? Gibt es neben den Dystopien auch „digitale

Utopien“? Oder ist Utopie gegenüber den digitalen Kontroll- und Herrschaftsmöglichkeiten

hoffnungslos naiv? Zum anderen wollen wir in den Blick nehmen, wie die digitalen

Entwicklungen politisch verhandelt werden: Welche utopischen und dystopischen Perspektiven

werden mit ihnen verbunden? Was wird für sie an politischen, sozialen, ethischen und

rechtlichen Implikationen diskutiert? Wie verändern KI & Co das Alltagsleben und die

Gesellschaft? Haben wir mit ihnen Geister herbeigerufen, die wir nicht mehr kontrollieren

können? Liefern sie uns unbeschränkter Kontrolle aus? Gefährden sie die politische

Öffentlichkeit und unsere demokratischen Institutionen? Wie formiert sich der politische Diskurs

im Digitalen, schlägt Online in Offline um?

Für den geplanten Themenschwerpunkt sind literatur- und kulturwissenschaftliche Analysen und

Vergleiche dystopischer Romane, Filme und Games gefragt – aktueller wie historischer; daneben

sozial- und politikwissenschaftliche sowie philosophische Betrachtungen zur Technikentwicklung

und ihren Auswirkungen für den Einzelnen und die Gesellschaft sowie zu deren politischer

Diskussion. Besonders interessiert sind wir an international vergleichenden und

interdisziplinären Darstellungen. Das Format kann variieren zwischen Aufsatz, empirischer Studie

und Essay, auch exemplarische Relektüren sind möglich. Alle Texte haben jedoch

wissenschaftlichen Anforderungen zu entsprechen und sollten max. ca. 45.000 Zeichen umfassen

(einschließlich Leerzeichen und Literaturverzeichnis).

Es gelten die auf unserer Homepage (http://berlinerdebatte.de/autorenhinweise) zu findenden

Hinweise für Autorinnen und Autoren und sonstigen Regeln, die für Einreichung, Begutachtung

und Veröffentlichung von Manuskripten gelten.

Interessierte Autorinnen und Autoren werden gebeten, einen Themenvorschlag mit Arbeitstitel

und Abstract (auf Deutsch, max. 3.000 Zeichen) bis 15.07.2019 einzureichen. Senden Sie diesen

bitte per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Redaktion entscheidet dann bis

31.07.2019 über die Annahme der Vorschläge.

Der Termin für die Einreichung der Beiträge ist der 30.11.2019. Das Heft mit dem

Themenschwerpunkt „Digitale Dystopien“ soll Ende März 2020 erscheinen.

Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir freuen uns auf Ihre Angebote und Vorschläge!